Oberschlesien und sein kulturelles Erbe -
- Erinnerungspolitische Befunde, bildungspolitische
Impulse und didaktische Innovationen

Welche Erinnerung an die deutsch-polnische Grenze haben Menschen, die in den 20er und 30er Jahren in Oberschlesien lebten?

Hier einige Aussagen aus Deutsch- und Polnisch-Oberschlesien. 

 


Janosch (D)*

  
Maria Rożek (PL)

Meine Eltern hatten einen Laden in Kunzendorf und ein Restaurant in Makoschau. Viele unserer Kunden kamen aus dem deutschen Hindenburg. Einmal in der Woche fuhr ich über die Grenze zu meiner Großmutter, die in Deutschland lebte, in Gleiwitz.

 Kunzendorf
Urszula Jarzombek (PL)

 

Als ich sechs Jahre alt war, fuhr ich mit meinen Eltern nach Polen zu einer Hochzeit. Auf dem Grenzübergang in Beuthen habe ich die polnischen Zollbeamten mit „Heil Piłsudski“ begrüßt.

  
Luzie Bulenda (D)

 
Irene Jabłońska (D)

 

Mein Elternhaus befand sich direkt an der Grenze. Unser Feld, das auf der anderen Straßenseite lag, gehörte schon zu Polen. Oft gingen wir mehrmals am Tag hinüber. Als Kind habe ich mich einmal auf dem Rückweg von der Kirche verlaufen und kam, ohne es zu merken, am Grenzposten vorbei nach Polen.

  
Paweł Barteczko (PL)

Die Lage im Grenzgebiet spitzte sich nach und nach dermaßen zu, dass für mich der Krieg eigentlich schon im Frühling 1939 begann.

 Groß Dombrowka

 

* - Janosch, eigentlich Horst Eckert, geb. 1931 in Hindenburg, wuchs in einem armen, vom Bergwerkmilieu geprägten Stadtviertel Zabrze-Poremba auf. Der Zeichner und Schriftsteller wurde vor allem als Kinderbuchautor „Janosch“ weltberühmt. Seit 1980 lebt er auf Teneriffa (Spanien).

 

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